Josef Peneder
Das   Textarchiv
Texte aus fünf Jahrzehnten
© Josef Peneder 2016   Version 2.5  /  05.05.2022
In   diesem   Sommer   waren   wir   zu   viert   auf   unserer   Insel: meine     Lebensgefährtin,     ihre     15-jährige     Tochter,     deren gleichaltrige Freundin und ich. Wir   lebten   am   Strand,   weit   weg   von   der   Zivilisation,   es   gab eine   einsame   Taverne,   Sonne   und   Meer,   wir   schliefen   im Sand und genossen die Ferien. Neben    uns    hatten    sich    ein    paar    griechische    Burschen angesiedelt   und   auch   immer   wieder   interessierte   Blicke   auf unsere   beiden   Mädchen   geworfen.   Am   Abend   kamen   sie dann   herüber   und   meinten,   sie   würden   in   die   Disco   fahren und ob die zwei Mädels nicht mitkommen wollten. Die   waren   auch   gleich   sehr   angetan   von   der   Idee.   Begleitet von   guten   Ratschlägen   und   Ermahnungen   verschwand   das Auto      mit      den      jungen      Leuten      schließlich      in      einer Staubwolke und wir blieben allein zurück. Ganz   wohl   war   uns   bei   der   Sache   nicht.   Allerdings   wussten wir,   wir   konnten   uns   auf   unsere   Mädchen   verlassen,   die konnten sich schon durchsetzen, wenn es drauf ankam. Im   Geist   rechneten   wir   nach,   wann   sie   frühestens   zurück sein    könnten;    sicher    erst    nach    Mitternacht.    Gegen    eins dachten   wir,   nun   müsste   es   bald   so   weit   sein.   Gegen   zwei näherte    sich    ein    Auto.    Es    waren    unsere    Burschen    vom Strand. Sie waren allein. "Wo sind unsre Mädchen?", fragten wir. "Die     wollten     nicht     mitkommen,     sind     in     der     Disco geblieben", war die knappe Antwort. Wir   überlegten   kurz,   ob   wir   losfahren   sollten,   um   sie   zu suchen.   Das   wäre   ihnen   aber   sicher   peinlich   gewesen.   Wir waren   überzeugt,   sie   würden   schon   wissen,   was   sie   tun, und legten uns wieder nieder. Um   sieben   Uhr   früh,   die   Sonne   war   schon   im   Aufgehen, waren   sie   immer   noch   nicht   da.   Gegen   acht   kam   wieder   ein Auto.    Es    war    ein    typischer    offener    Pickup,    wie    ihn    die meisten    Inselbewohner    benutzten.    Soweit    wir    erkennen konnten, hatte er Ziegen geladen. Als   der   Wagen   schließlich   nah   genug   herangekommen   war, staunten   wir   nicht   schlecht.   Zwischen   den   Ziegen   hatten sich    zwei    Gestalten    erhoben    und    winkten    fröhlich.    Es waren unsere beiden Disco-Königinnen.
Wir   waren   natürlich   sehr   erleichtert   und   mussten   lachen, als sie zwischen den Ziegen von der Ladefläche kletterten. Vorn     aus     dem     Wagen     stieg     ein     würdiger     Papàs     mit schwarzem   Rauschebart   und   dunkler   Soutane.   Er   winkte kurz   und   huldvoll   und   schritt   dann   zur   Taverne.   Hinter   ihm war   eine   dickliche,   ältere   Frau   ausgestiegen,   die   ebenfalls freundlich winkte. Unsere    Mädchen    waren    inzwischen    zu    uns    gekommen, bedachten        unsere        Strandnachbarn,        die        forschen Discokavaliere,      mit      einem      verachtenden      Blick      und erzählten begeistert über ihr nächtliches Abenteuer. Ihre   Begleiter   waren   zwar   nett   und   korrekt   gewesen,   hatten aber   darauf   bestanden,   dass   die   beiden   den   ganzen   Abend nur   mit   ihnen   tanzen   sollten.   Das   kam   aber   gar   nicht   in Frage.   Also   ging   man   in   der   Disco   bald   eigene   Wege   und irgendwann   war   die   Mitfahrgelegenheit   verschwunden.   Da auch   sonst   niemand   unseren   abgelegenen   Strand   zum   Ziel hatte,   machten   sich   die   beiden   Mädchen   schließlich   zu   Fuß auf den Heimweg, mindestens 18 Kilometer. Sie   waren   noch   nicht   weit   gegangen,   als   ein   Auto   anhielt und   der   Fahrer,   der   freundliche   Papàs,   sich   erkundigte,   ob er   sie   wohl   mitnehmen   könnte.   Da   er   am   nächsten   Morgen geschäftlich,    wie    er    meinte,    zu    unserer    Taverne    fahren würde,    bot    er    ihnen    an,    bei    ihm    zu    übernachten,    seine Mama sei auch da und würde sich freuen. Obwohl   es   schon   nach   eins   war,   bekamen   sie   von   der   Mama noch   etwas   zu   essen   und   schliefen   dann   zufrieden   auf   der großen Couch in der Küche. Nach   dem   Frühstück   halfen   sie,   die   Ziegen   auf   den   Pickup zu    verladen.    Die    dicke    Mama    fuhr    ebenfalls    mit,    also mussten   die   Mädchen   wohl   oder   übel   hinten   bei   den   Ziegen Platz nehmen. Da    die    beiden    Nachtschwärmerinnen    von    der    staubigen Ziegenfahrt     sowohl     optisch     als     auch     geruchlich     etwas ramponiert    waren,    stürzten    sie    sich    erst    noch    ins    Meer, bevor    sie    sich    dann        im    Schatten    von    ihrem    Abenteuer erholten.    Und    auch    wir    konnten    endlich,    ohne    Sorgen, etwas Schlaf nachholen.
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Peneder Josef Ziegentransport
Sotiris'    Taverne    "Geheimes    Paradies"    war    jahrelang    ein Geheimtipp   unter   Griechenlandfans   und   daher   auch   immer voll.   Nicht   nur   die   ausgezeichnete   Küche   von   Maria   und das   einzigartige   Ambiente   dieser   Taverne   waren   weit   und breit   berühmt,   auch   Sotiris   selbst   war   ein   nimmermüdes Faktotum,    immer    voll    sprühender    Kreativität,    Kraft    und Energie.   Sein   muskulöser,   ja   athletischer   Körper   strafte   das von   Wetter,   Tabak   und   Alkoholexzessen   zerfurchte   Gesicht Lügen.   Er   hatte   Hände   wie   Kohleschaufeln,   ging   jahraus jahrein   barfuß,   und   trug   den   Sommer   über   nichts   als   eine Hose. Abends    saß    er    an    seinem    Tischchen    und    unterhielt    die Gäste.    Er    hatte    über    sich    eine    Schnur    mit    Handgriff angebracht.   Wenn   er   daran   zog,   hob   eine   lebensgroße   Figur unter   dem   Dach   ihr   Trinkglas,   während   gleichzeitig   eine große     Kuhglocke     anschlug,     die     ihm     ein     Freund     aus Österreich   dereinst   mitgebracht   hatte.   Vor   sich   hatte   er   ein Fläschchen   Ouzo,   eine   Schale   mit   Eiswürfeln   und   sein   Glas. Alle   Augenblicke   hob   er   dieses,   ließ   die   Kuhglocke   ertönen und    rief    einen    seiner    berüchtigten    Trinksprüche:    Jamas, prost, salute, cincin, alles Gute. Er      hatte      sich      im      Laufe      der      Jahre      eine      eigene Universalsprache      angeeignet.      Benützte      beispielsweise jemand   ein   Gelsenmittel,   so   riet   er   fröhlich:   "Trinke   Ouzo nix amore Moskitos!" Eintreffende     Gäste     bedachte     er     gerne     mit     originellen Beschreibungen.    "Hello    Mann    mit    friend    wenig    Kilo!", zeigte,    dass    soeben    zwei    Gäste    eintrafen,    deren    einer auffallend    dünn    war.    Einen    etwas    arabisch    wirkenden Stammgast   begrüßte   er   immer   lautstark   mit   "Jassu   Iran- Irak!" Zu    fortgeschrittener    Stunde,    wenn    das    Essen    abgeräumt war,    begann    der    unterhaltsame    Teil.    Die    Musik    wurde lauter    gedreht,    oft    so    laut,    dass    man    sich    nicht    mehr
unterhalten,   sondern   nur   noch   trinken   konnte.   Dann   wurde getanzt, gelacht, jeder Abend ein Fest! Der     bange     Höhepunkt     war     fast     jeden     Abend     Sotiris' akrobatische      Einlage.      Er      schwang      sich,      durch      die ausgelassene   Stimmung   und   seinen   Alkoholpegel   getrieben, ins      Gebälk      und      vollführte      dort      die      waghalsigsten Verrenkungen;   er   machte   Klimmzüge   mit   einem   Arm,   die Zigarette   noch   im   Mund,   hing   mit   dem   Kopf   nach   unten, mühelos   scheinbar   bog   sich   der   Oberkörper   wieder   in   die Höhe,   er   ließ   sich   sein   Schnappsglas   reichen,   prostete   in   die Runde,   immer   noch   mit   einem   Bein   am   Balken   hängend, und   glitt   schließlich   unter   dem   begeisterten   Applaus   des Publikums elegant zu Boden. Viele    Sommer    verbrachte    ich    in    dieser    Taverne,    sah    die Kinder   heranwachsen,   während   Sotiris   Gesicht   zunehmend älter wurde. Eines    schönen    Jahres    hatte    er    ein    Gebiss.    Wenn    er    es herausnahm,    sah    er    aus    wie    die    Karikatur    eines    uralten Mannes.   Tagsüber   brauchte   er   es   nicht,   da   lag   es   irgendwo herum. Abends   machte   er   sich   frisch.   Dann   schob   er   seine   neuen Zähne     hinein,     setzte     sich     an     seinen     Tisch,     aß     eine Kleinigkeit,   und   zog,   das   erste   Schnappsgläschen   erhebend, an seiner Glockenschnur. Sein     Alkoholkonsum     war     besorgniserregend.     Trotzdem schwang er sich noch gelegentlich ins Gebälk. Eines    Abends    nun,    er    hing    gerade    wieder    kopfunter    an einem   der   runden   Dachbalken,   schien   ihn   etwas   in   seiner Hosentasche   zu   drücken.   Er   fuhr   mit   der   Hand   hinein,   rief mir    etwas    zu,    was    vermutlich    "Fang!"    heißen    sollte,    und schon   flog   ein   kleines   Ding   in   Richtung   unseres   Tisches.   Ich konnte   es   tatsächlich   fangen,   ließ   es   aber   gleich   wieder   los: es war Sotiris' Gebiss. Die   ganze   Taverne   bog   sich   vor   Lachen!   Es   war   einer   der ganz großen Abende. Am      nächsten      Morgen      trafen      wir      Sotiri      bei      den Müllcontainern,   wo   er   mit   seinen   Händen   herumwühlte.   Er wirkte   irgendwie   verzweifelt.   Er   konnte   sein   Gebiss   nicht finden.    Womöglich    war    es    auf    seinem    Papiertischtuch liegen    geblieben    und    beim    Abräumen    mitsamt    diesem achtlos fortgeworfen worden. Die Höflichkeit gebot, diesmal nicht zu lachen. Abends   saß   er   dann   schon   wieder   gut   gelaunt   beim   Tisch und    grinste    zufrieden    mit    seinen    falschen    Zähnen.    Das Gebiss      war      offenbar      wieder      irgendwie      in      seiner Hosentasche gelandet. Die   Taverne   existiert   zwar   noch,   doch   stand   sie   so   manchen Sommer   leer.   Die   Familie   hat   sich   getrennt.   Sotiris   ist   in sein    Heimatdorf    gezogen    und    baut    dort    Tomaten    und anderes   Gemüse   an,   das   er   am   Straßenrand   verkauft.   Und er hat nichts von seiner Originalität eingebüßt!
Peneder Josef Eine Taverne mit Biss
Wir    hatten    zum    ersten    Mal    ein    Boot.    Ein    gebrauchtes, blassgelbes   Schlauchboot.   Es   war   alt,   verlor   Luft,   aber   es hatte   einen   eingelegten   Holzboden.   Außerdem   war   da   noch ein   altersschwacher   Tomos   Außenbordmotor,   der   sich   nur mit   viel   Mühe   zum   Leben   erwecken   ließ   und   manchmal ohne   ersichtlichen   Grund   plötzlich   verstummte.   Aber   wir hatten endlich ein Boot. Es   lag   am   Strand,   in   unserer   Bucht   in   Griechenland,   und war das Highlight des Sommers. Es    war    noch    früher    Vormittag,    nicht    zu    heiß,    das    Meer spiegelglatt,     und     mein     Freund     beschloss,     eine     kleine Bootstour   zu   veranstalten.   Nur   so   zum   Vergnügen.   "Wer will   mitfahren?",   fragte   er   in   die   Runde   und   zog   das   Boot ins Wasser. Meine   Freundin   und   ihre   Tochter   waren   gleich   begeistert von   der   Idee.   Sie   kletterten   hinein   und   setzten   sich   vorne an    den    Bug.    Dann    kam    noch    der    kleine    Sohn    unserer Strandnachbarn und ein Mädchen vom übernächsten Zelt. Ich   saß   nahe   am   Ufer   und   beobachtete   die   Szene   von   der Seite. Das    Schlauchboot    lag    tief,    aber    stabil    im    Wasser,    mein Freund    hockte    beim    Motor,    hatte    die    Treibstoffklappe geöffnet,   mit   dem   kleinen   Gummiballon   vorsichtig   dreimal gepumpt,   den   Choke   gezogen   und   riss   nun   kräftig   an   der Leine    des    Starters.    Der    Motor    röchelte.    Beim    nächsten Versuch   sprang   er   schon   kurz   an,   die   Schiffsschraube   gab gurgelnde Geräusche von sich, dann war es wieder still.
Mein   Freund   drehte   sich   um,   ermahnte   die   Passagiere,   sich recht     gut     festzuhalten,     denn     gleich     gehe     es     los.     Alle ergriffen   brav   das   umlaufende   Tau,   die   Startleine   wurde noch     einmal     kräftig     gezogen,     der     Motor     hustete     und stotterte,   mein   Freund   gab   vorsichtig   Gas,   das   Boot   nahm Fahrt   auf,   er   warf   einen   letzten   Blick   auf   den   Motor,   den Strand,   dann   drehte   er   sich   zur   Fahrtrichtung   um   und   sah   - nichts.   Kein   Boot,   keine   Menschen,   nur   gurgelndes   Wasser. Er saß allein neben dem Motor. Langsam   tauchten   Köpfe   auf,   die   laut   zu   schreien   anfingen, weil    sie    Salzwasser    geschluckt    hatten.    Sie    husteten    und spuckten,    schwammen    zum    Ufer    und    sahen    zu,    wie    der Vorderteil     des     Schlauchboots     langsam     wieder     an     die Oberfläche stieg. Ich     hatte     alles     von     meinem     Platz     aus     ganz     genau beobachtet.   Als   das   Boot   ablegte,   wurde   die   Spitze   infolge der   schweren   menschlichen   Last   unter   Wasser   gedrückt,   es füllte   sich   rasch   und   verschwand   ruhig,   elegant,   in   einem flachen   Winkel   mitsamt   der   Besatzung,   die   sich   krampfhaft festhielt, im Meer. Selten habe ich so gelacht. Wenn    man    bedenkt,    dass    der    eigentliche    Bootsausflug keine   halbe   Minute   gedauert   hatte,   war   er   mit   aufregenden Ereignissen    geradezu    überladen.    Genauso    wie    das    Boot. Man    wird    wohl    fürderhin    das    Augenmerk    mehr    auf    die entsprechende Verteilung des Ballastes richten müssen. Nur schade, dass die Szene nicht auf Film gebannt wurde.
Peneder Josef Bootsfahrt
Ein   Freund   von   mir,   nennen   wir   ihn   Dietmar,   pflegt   jedes Jahr   mit   Frau   und   Tochter   in   Griechenland   zu   urlauben.   Zu diesem   Zweck   bucht   er   bereits   im   Winter   den   Flug   sowie einen   Mietwagen.   Außerdem   bestellt   er   das   übliche   Zimmer in der kleinen Privatpension, wo er schon Stammgast ist. Vor   einigen   Jahren   nun   trug   es   sich   zu,   dass   er   im   Frühjahr ernsthafte   Probleme   mit   den   Bandscheiben   bekam   und   sich einer   kleinen   Operation   unterzog.   Obwohl   alles   soweit   gut verlief,       erhob       sich       die       Frage,       ob       die       geplante Griechenlandreise durchgeführt werden sollte. Der   Arzt   gab   grünes   Licht,   schärfte   seinem   Patienten   aber ein,   er   dürfe   unter   keinen   Umständen   irgendetwas   heben oder tragen. Einige       Wochen       später       landete       das       Flugzeug       in Thessaloniki,     mit     dem     Leihauto     ging     es     zum     kleinen Hafenort,   wo   der   Wagen   in   einer   eleganten   Schleife   vor   der Pension    hielt.    Direkt    daneben    befand    sich    ein    Kafenìon. Neben   zahlreichen   meist   älteren   Griechen   ließ   hier   auch der Pensionsbesitzer den Tag gemütlich ausklingen. Die    Ankunft    der    Linzer    Familie    war    nun    eine    kleine Abwechslung   im   sonst   so   gleichförmig   ruhigen   Ebenmaß eines griechischen Spätnachmittags. Die    Türen    des    Fahrzeugs    öffneten    sich    und    als    erste
entstieg   diesem   Dietmars   angetraute   Ehefrau.   Sie   ergriff eine    große    Sporttasche,    die    sie    sich    über    die    Schulter hängte,    packte    einen    Koffer    und    eine    weitere    Tasche. Langsam    setzte    sie    sich    in    Richtung    Eingangstreppe    in Bewegung. Inzwischen     war     auch     die     Tochter     ausgestiegen,     hatte ebenfalls   zwei   Koffer   aus   dem   Auto   gezerrt   und   folgte   nun ächzend und stöhnend ihrer Mutter. Zuletzt   erschien   Dietmar.   Er   trug   den   Autoschlüssel   und das Handtäschchen seiner Frau. Spontan      erscholl      Applaus      aus      dem      Kafenìon.      Der Pensionswirt   war   herangekommen   und   schüttelte   seinem Stammgast    begeistert    die    Hand.    "Prima!",    rief    er    voller Bewunderung. "Gut Mann, gut Familie!" Der   so   überschwänglich   Gelobte   stand   höchst   verlegen   da und    konnte    gerade    noch    verhindern,    dass    ihm    der    Wirt anerkennend     auf     den     Rücken     schlug.     Er     versuchte verzweifelt,     seine     Rückenprobleme     als     Ursache     dieses unverzeihlichen               Machogehabes               pantomimisch darzustellen. Es   ist   aber   zu   vermuten,   dass   das   Patriarchat   als   typisch österreichische        Gesellschaftsform        in        diesem        Teil Griechenlands gewaltig an Ansehen gewonnen hat.
Peneder Josef Applaus
Der    kleine,    schwarze    Hund    wurde    mittels    eines    Besens energisch     aus     der     Taverne     hinauskomplimentiert     und versteckte    sich    unter    einem    nahen    Strauch,    von    wo    er neugierig hervorlugte. Ich    versuchte,    ihn    anzulocken,    machte    mir    aber    wenig Hoffnung,   dass   er   sich   nach   diesem   Erlebnis   aus   seinem Versteck    hervorwagen    würde.    Als    ich    schon    weitergehen wollte,    kam    er    plötzlich    in        unbeholfenen    Sprüngen    auf mich   zu   und   schon   lag   er   auf   dem   Rücken   und   ließ   sich   den dicken rosa Bauch kraulen. So kamen wir zu unserem allerersten Hund. Er     war     wohl     etwa     zwei     Monate     alt.     Da     er     einen lausbübischen     Ausdruck     im     Gesicht     hatte,     wurde     er Stanislaus   getauft.   Weil   es   sich,   wie   wir   schnell   feststellten, um   ein   Weibchen   handelte,   wurde   der   Name   zu   "Stany" reduziert. Wir    verbrachten    damals    die    Ferien    in    Griechenland,    im Zelt    am    Strand.    Vom    ersten    Tag    an    gehörte    Stany    wie selbstverständlich    zu    uns.    Er    schlief    zwischen    unseren Schlafsäcken,   saß   abends   am   Lagerfeuer,   verbellte   seinen Schatten   und   wenn   wir   weggingen,   hoppelte   er   hinterher, wollte    aber    schon    bald    getragen    werden,    was    er    durch abwechselndes Hecheln und Winseln anzeigte.
Wenn   wir   eine   längere   Ausfahrt   machten,   ließen   wir   ihn   in der   Obhut   unserer   Zeltnachbarn;   im   Auto   war   es   heiß   und er verdöste ohnehin den Tag am liebsten im Schatten. Einer   dieser   Ausflüge   führte   uns   nach   Sarti,   bekannt   für seine    Discotheken    und    Konditoreien.    Als    wir    am    späten Nachmittag     zurückkamen,     wurden     wir     von     Stany     wie immer   überschwänglich   begrüßt.   Unseren   Nachbarn   hatten wir     fürs     Hundesitten     ein     paar     spezielle     Süßtörtchen mitgebracht.     Diese     sollten     nach     dem     Abendessen     mit Genuss   verzehrt   werden   und   wurden   vorerst   im   Schatten hinterm Zelt deponiert. Irgendwann     im     Verlauf     des     Abends     kam     uns     Stany irgendwie    besonders    dick    und    zufrieden    vor.    Er    saß    im Sand, schaute aufs Meer hinaus und rülpste. Gleich     darauf     erschollen     vom     Nachbarzelt     enttäuschte Rufe: "Die Törtchen sind verschwunden!" Eine   rasch   durchgeführte   Kontrolle   mit   der   Taschenlampe förderte    Schoko-    und    Cremereste    an    Stanys    Schnauze zutage. Man konnte ihm nicht böse sein. Er war halt ein ganz ein Süßer.
Peneder Josef Ein ganz ein Süßer
Das    Segelboot    hatte    im    Hafen    der    kleinen    griechischen Insel   Serifos   angelegt.   Es   war   später   Nachmittag.   Die   sechs Besatzungsmitglieder     hatten     die     Bushaltestelle     schnell gefunden,   aber   da   es   offensichtlich   keinen   Fahrplan   gab, ließen   sie   sich   in   der   nahen   Taverne   nieder.   Man   bestellte Ouzo   für   alle,   streckte   die   Beine   aus   und   blickte   aufs   Meer, über die Hafenbucht bis zur Berghöhe. Angeblich   sollte   der   Sonnenuntergang   auf   Serifos   von   dort oben,     vom     Berg     aus     betrachtet,     ein     ganz     besonderes Erlebnis    sein.    Das    war    auch    das    Ziel    dieses    Tages.    Im Reiseführer     stand     zu     lesen,     es     gebe     einen     Bus,     der regelmäßig   vom   Hafen   aus   über   den   Berg   zur   anderen   Seite der Insel fahren würde, und auf den warteten sie nun. Wie   zur   Bestätigung   wurde   jetzt   ganz   oben   am   Berghang eine    kleine    Staubwolke    sichtbar,    die    sich    langsam,    den Kurven    der    Straße    folgend,    nach    unten    bewegte.    Das musste der Bus sein, der die Crew hinaufbringen würde. Zehn   Minuten   später   hatte   der   Bus   die   Haltestelle   vor   der
Peneder Josef Griechischer Fahrplan
Taverne       erreicht,       einige       wenige       Touristen       waren ausgestiegen,     zwei,     drei     andere,     die     gewartet     hatten, stiegen     ein.     Der     Busfahrer     hatte     sich     eine     Zigarette angezündet. Wann    würde    der    Bus    wieder    abfahren?    Einer    der    sechs jungen Leute stand schließlich auf um sich zu erkundigen. "Wann fahren Sie los?" Der      Fahrer      bedachte      den      Fragenden      und      dessen Reisegefährten     mit     einem     freundlichen     Lächeln     und meinte: "Wir fahren, sobald ihr ausgetrunken habt." Das war jetzt wirklich eine bemerkenswerte Abfahrtszeit. "Dürfen wir Sie zu einem Ouzo einladen?" "Aber    gern",    war    die    Antwort,    und    schon    saßen    alle    im Schatten der Taverne und prosteten einander zu. Schließlich   begab   sich   die   Gruppe   in   den   Bus,   der   Fahrer ließ   den   alten   Dieselmotor   an.   Bevor   er   losfuhr,   drehte   er sich   noch   einmal   um   und   meinte:   "In   Griechenland   fahren die Busse regelmäßig - aber nicht pünktlich!"
Originalfotos 1996: Neunteufel
Ein    bösartiges    Knacken,    und    unser    alter    VW-Bus    wollte nicht   mehr   weiter.   Doppelt   unangenehm   auf   einer   Insel. Wir   schleppten   uns   unter   lautem   Knirschen   und   Knacken des   protestierenden   Getriebes   auf   die   Fähre.   Am   Festland gebe   es   Werkstätten,   hatte   man   uns   beruhigt,   die   würden alles wieder in Ordnung bringen. Tatsächlich   fanden   wir   auch   gleich   eine   kleine   Werkstatt direkt   an   der   Hauptstraße   mitten   in   der   Stadt.   Ein   netter junger   Mann   lotste   uns   bis   zur   Bühne.   Da   es   schon   später Nachmittag    war,    verabredeten    wir    uns    für    den    nächsten Morgen.   Wir   nahmen   unser   kleines   Zelt,   die   Rucksäcke   und wanderten zum Campingplatz vor der Stadt. Am   nächsten   Morgen   hatte   der   fleißige   Mann   das   kaputte Getriebe      schon      ausgebaut.      Er      fuhr      mit      mir      zu verschiedenen      Autoersatzteil-Verwertungsbetrieben,      bis wir   schließlich   fündig   wurden.   Als   wir   zurückkamen,   saß meine   Frau   schon   mit   einem   anderen   Kunden   zufrieden plaudernd   bei   einer   Tasse   Kaffee.   Unser   braver   Mechaniker schraubte      an      unserem      Bus,      während      wir      zusahen, erleichtert,   denn   der   gute   Mann   schien   genau   zu   wissen, was er tat. Unser    neuer    Freund,    der    andere    Kunde,    benützte    das Telefon   am   Schreibtisch,   um   eine   Bestellung   aufzugeben, und   bald   schon   brachte   ein   Jüngling   eine   Karaffe   Ouzo   und einen    Teller    mit    Mesèdes,    kleine    Appetithappen,    die    in Griechenland   automatisch   mitgeliefert   werden,   wenn   man Alkohol   bestellt.   So   saßen   wir   zu   dritt   am   Schreibtisch   und genossen   dieses   unvergleichliche   griechische   Lebensgefühl, nicht   als   lästige   Unterbrechung,   sondern   im   Gegenteil   als einen besonderen Teil unserer Sommerferien. Gelegentlich    setzte    sich    der    Meister    zu    uns,    um    eine Zigarette      zu      rauchen      und      den      Fortschritt      seiner Bemühungen   mit   uns   zu   besprechen.   Morgen   Mittag   würde alles   fertig   sein,   versprach   er.   Wir   erkundigten   uns   nach dem   zu   erwartenden   finanziellen   Aspekt,   worauf   er   kurz überlegte      und      auf      einen      nach      heutigem      Geldwert
geschätzten Betrag von etwa 600 Euro kam. Damals   gab   es   noch   die   guten   alten   Euroschecks   und   so begaben   wir   uns   am   nächsten   Vormittag   in   eine   Bank.   Da die   Geldsumme   pro   Scheck   limitiert   war,   mussten   wir   zwei ausstellen.   Der   Bankbeamte   runzelte   nervös   die   Stirn.   Er wiegte    den    Kopf    hin    und    her    und    meinte    schließlich,    er könne uns nur einen Scheck einlösen. "Aber    wir    brauchen    das    ganze    Geld    für    eine    dringende Autoreparatur",    erklärten    wir    besorgt.    "Kein    Problem", erwiderte   er,   nun   schon   etwas   entspannter,   "ihr   geht   in   die Bank   gleich   nebenan,   dort   könnt   ihr   den   anderen   Scheck einlösen!" So haben wir es dann auch gemacht. Anschließend   verbrachten   wir   noch   ein   paar   nette   Stunden in   der   Werkstatt,   unser   Mechanikermeister   kommentierte die   Scheckgeschichte   mit   einem   resignierenden   "Wir   sind halt   in   Griechenland",   wir   plauderten   über   den   Tourismus, die    Schönheit    der    griechischen    Inseln,    die    Überfischung der Meere, und so nebenbei war dann unser Bus fertig. Er   hat   noch   etliche   Jahre   gehalten   und   wir   waren   um   eine schöne Urlaubserinnerung reicher.
Peneder Josef Ferien in der Werkstatt
Der   Berghang   in   Südgriechenland   leuchtete   grün-gelb   in der   Mittagssonne.   Hunderte   Opuntien,   eine   Spezies,   die   bei uns     als     "Ohrwaschelkaktus"     bekannt     ist,     reckten     ihre handtellergroßen   Ohrgebilde   zwischen   Felsen   und   Dickicht in die Höhe. Viele trugen gelbe Blüten. Wir   hielten   an,   machten   ein   paar   Fotos,   und   dann   hatten wir    beide    die    gleiche    Idee:    so    ein    Kaktus,    zuhause    am Fensterbrett,   das   wäre   doch   ein   tolles   Souvenir.   Ich   nahm den   Campingspaten,   ein   Küberl   und   begab   mich   hinaus   in die   flirrende   Hitze.   Bald   fand   ich   ein   etwa   30   cm   hohes Exemplar       von       ebenmäßiger       Statur.       Eine       kurze Anstrengung,    schon    saß    er    mit    ein    paar    handvoll    der steinigen    Erde    im    Küberl.    Im    Campingbus    wurde    dieses zwischen    zwei    Taschen    geklemmt,    und    weiter    ging    die Fahrt Richtung Heimat. Bei   der   nächsten   Rast   hatten   wir   den   Eindruck,   dass   unser Spaniel   Willi   ein   wenig   unentspannt   wirkte.   Er   hatte   die Augenbrauen     gerunzelt,     lehnte     schräg     nach     rechts     an einem   Koffer   und   blickte   immer   wieder   nach   links,   zum Kaktus    hin,    der    ihm    bei    jedem    Holperer    des    Autos    mit einem seiner stacheligen Ohren zuwinkte. Willi    hatte    offensichtlich    keine    Freude    mit    dem    neuen Reisegefährten.   Im   weiteren   Verlauf   der   Fahrt   hörten   wir ihn    gelegentlich    warnend    knurren,    was    freilich    auf    das Verhalten   von   Waschel,   dem   Kaktus,   keinerlei   Auswirkung haben    konnte.    Bis    zum    Abend,    als    wir    endlich    einen Campingplatz    ansteuerten,    hatte    sich    zwischen    Waschel und Willi eine solide Feindschaft entwickelt. Da   Willi   die   Nacht   ohnehin   meist   neben   oder   unter   dem
Bus   zu   verbringen   pflegte,   schenkten   wir   dem   Verhältnis der beiden weiters keine Beachtung. Nach     einem     reichhaltigen     Abendessen     in     der     nahen Taverne     und     nachdem     Willi     mit     Futter     und     Wasser versorgt    war,    begaben    wir    uns    am    Aufstelldach    unseres Campers zur Ruhe. Am   nächsten   Morgen   war   Waschel   verschwunden.   Obwohl die    Schiebetür    unseres    Busses    über    Nacht    halb    offen geblieben     war,     schien     es     uns     unwahrscheinlich,     dass jemand   den   Kaktus   gestohlen   haben   könnte.   Wir   schauten Willi    fragend    an.    Er    hatte    wieder    seinen    alten    "Alles- paletti-Gesichtsausdruck",    ja,    er    schien    sogar    ein    wenig stolz zu sein. Sollte er vielleicht... Eine   kurzfristig   angesetzte   Suchaktion   förderte   alsbald   das leere   Küberl   hinter   dem   Auto   zutage.   Schließlich   fanden   wir auch   Waschel.   Er   lag   im   dürren,   hohen   Gras   ganz   am   Rand des   Campingplatzes.   Diesmal   war   er   es,   der   unentspannt wirkte.   Seine   Wurzeln   waren   nackt,   an   den   Stacheln   hing allerlei   Gestrüpp   und   sein   freches   Ohr   wies   kleine   Löcher auf,    eindeutige    Bissspuren,    die    nur    von    Willi    stammen konnten. Trotz    stummer    Proteste    verfrachteten    wir    Willis    neuen Feind,      ausgestattet      mit      frischer      Erde      sowie      einer Generalreinigung,    wieder    in    den    Bus.    Diesmal    bekam Waschel    einen    Platz    in    einer    Ecke    und    beide    erreichten Österreich unversehrt. Ihr    Verhältnis    ist    seitdem    von    durchaus    gegenseitiger Ignoranz geprägt!
Peneder Josef Ungleiche Feinde
Peneder Josef Einladung zum Abendessen Frei erzählt nach einem Urlaubserlebnis
Es   begab   sich   dereinst   auf   einer   kleinen   griechischen   Insel, da   wurde   ein   befreundetes   Ehepaar,   Gitti   und   Gottfried, beim   vormittäglichen   Herumschlendern   im   Hafenort   von einer   ihnen   seit   längerem   gut,   aber   oberflächlich   bekannten Griechin,     der     sie     zufällig     begegneten,     spontan     zum Abendessen eingeladen. "Ihr wisst ja, wo ich wohne"... und weg war sie wieder. Hm. Keine Uhrzeit... Während   sie   noch   so   grübelten,   trafen   sie   eine   Freundin ihrer   oberflächlichen   Bekannten.   Dieselbe   konnte   sogleich jegliche   Ungewissheit   zerstreuen:   "Heute   Abend,   da   bin   ich auch   eingeladen!   Holt   mich   einfach   gegen   9   Uhr   ab,   dann gehen wir gemeinsam hin"... und weg war sie wieder. Um   9   holten   sie   also   die   eine   Freundin   ab   und   gingen   mit ihr zum Haus der anderen Freundin. Es    war    erstaunlich    ruhig    dort,    doch    als    sie    eintraten, wurden      sie      vom      Hausherrn      freudig      begrüßt.      Er komplimentierte   die   beiden   Damen   mit   den   Worten   "Da könnt    ihr    gleich    meiner    Frau    beim    Kochen    helfen!"    in Richtung     Küche,     während     er     Gottfried     am     Arm     ins Wohnzimmer    zog,    ihm    einen    Platz    am    Sofa    zuwies    und sogleich     eine     Flasche     Ouzo,     Gläser     sowie     Eiswürfel bereitstellte.   Das   sollte   für   die   nächsten   ein,   zwei   Stunden eine unbeschwerte Zeit garantieren. Unterdessen    erwartete    die    erstaunte    Gitti    in    der    Küche ebenfalls   eine   freudige   Begrüßung,   ansonsten   allerdings   so gut     wie     nichts:     keine     Essensdüfte,     keine     blubbernden Töpfe,    dafür    eine    bedrückende    Enge;    die    drei    Frauen hatten gerade so Platz in dem kleinen Raum. Die   Dame   des   Hauses   entfaltete   aber   sofort   Optimismus und    Energie,    erklärte,    sie    würden    nun    gleich    beginnen, gemeinsam       das       Abendessen       zu       kochen,       brachte Meeresgetier,   Gemüse,   Pfannen,   Teller,   Töpfe,   welchselbige sie    auf    die    wenigen    vorhandenen    freien    Eckchen    der winzigen     Küche     verteilte;     Gitti     erhielt,     da     man     ihr komplexe    Arbeitsschritte    nicht    zumuten,    vielleicht    auch
nicht    zutrauen    wollte,    ein    Häuptel    Maroulisalat    und    ein Messer   in   die   Hand   gedrückt.   Eine   Zeitlang   stand   sie   etwas ratlos     herum,     denn     sie     vermisste     Schneidbrett     und Arbeitsfläche;   die   Hausfrau   erkannte   aber   sogleich   diesen Mangel   an   Kreativität   und   zeigte   ihr   geduldig,   wie   sie   den Salat   quasi   in   der   Luft   zu   schneiden   habe,   indem   sie   ihn   mit der   Linken   festhalten   und   mit   der   Rechten   feine   Streifen   in die    darunterstehende    Schüssel    fallen    lassen    möge.    Nun begann   ein   geschäftiges   Treiben   und   bald   war   die   Küche von Qualm, Essensdüften und Köchinnen erfüllt. Schließlich,   es   ging   gegen   elf,   wurden   die   Speisen   -   Gitti   mit der    Salatschüssel    voran    -    würdevoll    ins    Wohnzimmer gebracht,   wo   die   beiden   Herren   die   Ankunft   derselben   in ausgesprochen     heiterer     Stimmung     begrüßten.     Da     die Damen    sich    nun    ebenfalls    an    inspirierenden    Getränken, vornehmlich   Wein,   delektierten   und   der   Hunger   durch   die einigermaßen   lange   Wartezeit   entsprechend   angewachsen war,   wurde   der   Abend,   besser:   die   Nacht,   noch   zu   einem   bis dato   kaum   erreichten   Erfolgserlebnis,   das   sich   bis   gegen vier Uhr morgens hinzog.